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Tuesday, July 1, 2014

Ein bei Ulrich Kulke's Donner und Doria zensierter Kommentar - 6

User McFly hat im thread "Der Popanz mit den 'Klimafluechtlingen'" in Ulrich Kulke's Blog "Donner und Doria" die Ansicht dargelegt, Lindzen and Choi haetten mit ihren Arbeiten bewiesen, dass die Klimasensitivitaet des Planeten nur 0.5 deg. C betragen wuerde und Alarmismus nicht gerechtfertigt sei. Meine Antwort auf diese Aussagen wird leider bei "Donner und Doria" zensiert, wobei mir die Logik der Moderation in dem Blog unklar ist. Andere Kommentare von mir sind ohne Probleme durchgelassen worden. Meine Antwort ist hier dokumentiert:




Saturday, August 24, 2013

Widerspruch nicht erlaubt - Zensiert bei Donner und Doria - 5

Hier sind zwei Kommentare von mir, die bei Ulrich Kulkes Blog "Donner und Doria" in dem thread "Klimawandel und Gewalt. Haltlose Studie. Erfrischende Diskussion" zensiert wurden. In dem Kommentar ueber die Studie von Marcott et al., Science (2013), doi: 10.1126/science.1228026, in der die Autoren eine Rekonstruktion der Holocene-Temperaturen vorlegen, war ich etwas unpraezise. Eine praezisere Wiedergabe der Ergebnisse ist die Aussage, dass ueber nur 100 Jahre die globale Mitteltemperatur von einem Wert aus den kaeltesten 5% der Verteilung der Holocene-Temperaturen auf einem Wert angestiegen ist, der im waermsten Viertel der Verteilung der Holocene-Temperaturen liegt.

Hier sind die zwei Kommentare:

1:

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Gruenin schreibt:

In dem Artikel von Marcott et al. steht (Seite 1198), dass "...The 73 globaly distributed temperature records used in our analysis (...) have sampling resolution ranging from 20 to 500 years". Diese Genauigkeit reicht nicht aus, um Ihre Behauptung zu begründen. Hier werden kurzfristige (sagen wir 100-200 Jahre dauernde) Temperaturspitzen weitgehend glatt gebügelt.

Ist das ein Fakt? Wird das in irgendwelchen "Skeptiker"-Blogs so behauptet? Da Sie das englischsprachige Zitat weiter unten bringen, vermute ich, dass Sie in solchen nach Argumenten gegen Marcott et al. gesucht haben. Sind Sie sich sicher, dass Sie unvoreingenommen an die Studie herangegangen sind, nicht bereits mit der Meinung als Ausgangspunkt, dass die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen falsch sein muessen? Dass Sie offensichtlich glauben, diese Studie bereits nach kurzem Anschauen vom Tisch wischen zu koennen, erweckt bei mir den Eindruck, letzteres duerfte eher der Fall sein.

Zu Ihrer Behauptung habe ich zwei Punkte als Entgegnung:

1. Sie nehmen an, dass die globale Mitteltemperatur waehrend des Holocenes Ausschlaege, die dann wieder voellig verschwinden wuerden, um mehrere Grad innerhalb von nur 100 - 200 Jahren zeigen wuerde. Und Sie behaupten, dass man solche wieder verschwindenen Ausschlaege der globalen Mitteltemperatur in keiner der Proxydaten sehen wuerde, nicht mal in denen mit hoher zeitlicher Aufloesung. Korrekt? Wie Sie ja selbst sagten, die zeitliche Aufloesung der Daten ist 20 bis 500 Jahre. Solche starken Aenderungen innerhalb nur 100 bis 200 Jahren muessten ja dann zumindest in den zeitlich hoeher aufloesenden Proxydaten zu sehen sein. Ich sehe auch nicht, dass Sie eine physikalische Erklaerung fuer solche starken kurzfristigen Ausschlaege der globalen Mitteltemperatur haetten, die innerhalb nur weniger Jahrzehnte auftreten sollen. Eine Ausschlag um 4 deg C. zum Beispiel waere ja schon mehr als der halbe Weg der globalen Temperaturaenderung zwischen Maximum der letzten Vereisung und Holocene-Level. Was wuerde sowas verursachen?

2. Sie haben anscheinend nicht gesehen, dass die Autoren der Studie die Robustheit der Ergebnisse bzgl. der Frage getestet haben, ob hoeherfrequente Variabilitaet, die durch die gegebene zeitliche Aufloesung nicht ausreichend repraesentiert wuerde, diese Ergebnisse veraendern koennten. Das Ergebnis dieser Tests ist, dass tatsaechlich hoeherfrequente Variabilitaet verlorenengegangen ist, aber nicht in dem Ausmass, dass die zwei zentralen Schlussfolgerungen nicht mehr gueltig waeren:

a) Die heutige globale Mitteltemperatur liegt bereits nahe des oberen Endes der Temperaturvariationen, die waehrend des Holocenes aufgetreten sind.

b) Mit einer weiteren globalen Erwaermung, wie diese projiziert wird, wird die globale Mitteltemperatur am Ende des Jahrhunderts jenseits der Temperaturen liegen, die im waermeren Teil des Holocenes 10000 bis 5000 Jahre B.P. erreicht wurden.

Ich vermute uebrigens, dass sich die 1 bis 4 deg. C Temperaturvariation, bzgl. der Sie sich bisher weigern, die spezifischen wissenschaftlichen Referenzen zu nennen, auf lokale oder regionale Aenderungen bezieht, nicht auf die global gemittelte Temperaturvariation. Lokale und regionale Variationen haben waehrend des Holocenes ja tataechlich eine groessere Amplitude gehabt.

Und Sie sprechen nur von "menschlichen Aktivitäten", die ja nicht für die ganze Variabilität der globalen Temperatur verantwortlich sind!

Mir ist nicht klar, auf welche Aussage von mir Sie sich hier spezifisch beziehen. Ich habe nirgends eine Aussage getroffen, wonach die gesamte globale Temperaturvariabilitaet auf menschliche Aktivitaeten zuruckzufuehren waere.

Übrigens, das ist schon hart, dass eine renommierte Zeitschrift wie Science Arbeiten veröffentlicht, die "fail to meet the paper's criteria for statistical robustness."

Wie kommen Sie auf die Behauptung? Wer behauptet das? Es handelt sich hier ja anscheinend um ein Zitat, das hier von Ihnen gebracht wird. Hat das irgendjemand nachgewiesen, dass das auf das Paper von Marcott et al. zutreffen wuerde, was in dem Zitat behauptet wird?

Uebrigens, wie soll eine wissenschaftliche Zeitschrift wie Science das ueberhaupt ueberpruefen koennen, ob die Ergebnisse einer Studie, die bei der Zeitschrift eingereicht werden, statistisch robust sind oder nicht? Ausser wenn ein Paper bereits so schwerwiegende Fehler in der statistischen Methodik enthaelt, dass diese bereits waehrend des peer-review-Prozesses offensichtlich werden, duerfte es schwerlich moeglich sein, sowas bereits vor der Veroeffentlichung herauszufinden.

Wenn jemand glaubt, die Ergebnisse der Studie von Marcott et al. sind falsch und koennen widerlegt werden, dann muss die/derjenige, die/der das behauptet, sich schon die Muehe machen, eine entsprechende Studie in einer peer-reviewten Fachzeitschrift zu veroeffentlichen und darin die eigenen Ergebnisse vorlegen, d.h. sich den gleichen wissenschaftlichen Standards zu stellen, die auch fuer andere Wissenschaftler gelten. Behauptungen in irgendwelchen "Skeptiker"-Meinungsblogs aufzustellen, ist nicht ausreichend, um die Studie zu widerlegen.

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2:

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Gruenin schreibt:

Der Begriff der Wahrscheinlichkeit scheint einfach zu sein, weil alle ihn benutzen, ist aber nicht. Machen Sie mal einen Test und bitten Sie z.B. einen Klimaforscher darum, dass er Ihnen in 5-10 Sätzen erklärt, was das eigentlich bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit der Klimasensitivität gleich 66% ist. Was bedeutet das eigentlich?

Na so formuliert, wuerde ich auch nicht wissen, was das bedeuten soll. Aber das ist ja nicht das, was gesagt wird, sondern die Aussage ist eine ueber den Wert der Wahrscheinlichkeit, dass die Klimasensitivitaet in einem Temperaturintervall (T1,T2) liegt. Weiter unten in Ihrem Kommentar ist Ihre Formulierung dazu dann aber praeziser.

Ich habe nicht überprüft, ob es in dem IPCC-Bericht steht, welche Interpretation der Wahrscheinlichkeit benutzt wird.

Das ist eben das Problem, und es ist anscheinend ein typisches MO bei "Klimaskeptikern", Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Forschung zum Klima des Planeten als falsch zu deklarieren, ohne die wissenschaftliche Literatur, die Aussagen und Argumentationsfuehrung in dieser zum Thema tatsaechlich zu kennen. Fuer mich ist das uebrigens ein Indiz, dass erkenntnisbezogene wissenschaftliche Motive nicht hinter der Ablehnung stehen, sondern andere Motive, z.B. politische/ideologische.

So stellen Sie hier starke Behauptungen zu den Aussagen zur Klimasensitivitaet auf, die im IPCC-Report getroffen werden. Sie machen sich aber ueberhaupt nicht die Muehe, sich erst mal mit den Argumenten und Grundlagen der Aussagen im IPCC-Report zu beschaeftigen. Das wuerde auch erfordern, die wissenschaftliche Literatur zu dieser Frage zu lesen, auf die sich im IPCC-Report gestuetzt wird, in der z.B. die verwendete Bayesian Methodik erklaert wird, um Wahrscheinlichkeitsaussagen ueber die Klimasensitivitaet herzuleiten.

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Monday, May 27, 2013

Zensiert bei Donner und Doria - 2

Hier ist ein weiterer Kommentar von mir, den ich in Ulrich Kulkes Blog "Donner + Doria" im thread "Einheits-Klimaforschung - Teil 2: Das UBA Papier" nicht veroeffentlichen durfte. Es handelt sich um eine Antwort auf einen Kommentar von Ulrich Berger im selben thread, der auch einen link zu dem Artikel "Eine Analyse der Globaltemperaturen seit 1880 mit dem Versuch einer Prognose bis 2100" von ihm enthielt. In meinem Kommentar lege ich auch dar, welche Fehler ich bereits bei den Annahmen in seinem Artikel sehe.

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"Nun Herr Perlwitz, das mit den empirischen Daten habe ich kürzlich versucht, eben eine Datenanalyse der seit 1880 gemessenen Globaltemperaturen und CO2-Verläufe ohne jede Zusatzannahme. Daraus habe ich eine Prognose abgeleitet."

Herr Berger, eine Veroeffentlichtung in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift ist das nun allerdings nicht. Ich habe mir Ihren Text aber durchgelesen, und da sind mir doch bereits auf den ersten Blick gleich am Anfang Ihrer Berechnungen drei fragwuerdige Dinge aufgefallen. Sie sagen zwar, "ohne Zusatzannahmen", aber doch machen Sie einfach ein paar willkuerliche Annahmen, die ich fuer falsch halte.

1. Sie nehmen einfach an, dass der Temperaturtrend vor 1940 einzig und allein auf natuerliche Ursachen zurueckzufuehren sei. Diese Annahme ist voellig willkuerlich und ignoriert, dass der CO2 Gehalt von vorindustrieller Zeit bis 1940/1950 bereits von ca. 280 auf ca. 310 ppm angestiegen war. Das ist zwar vom Absolutbetrag weniger als der Anstieg nach 1950, aber einfach vernachlaessigbar ist der Anstieg auch nicht. Denn der Zusammenhang zwischen CO2-Mischungsverhaeltnis und Strahlungsforcing durch das CO2 ist logarithmisch. Der Betrag des Forcings vom CO2 durch den Anstieg von 280 ppm auf 310 ppm betraegt mehr als 40% des Forcings durch den Anstieg von 310 ppm auf die heutigen Werte. So ist es doch eher wahrscheinlich, dass zumindest ein Teil auch des Trends von vor 1940 bereits durch das anthropogene CO2 verursacht wurde.

2. Dann nehmen Sie willkuerlich an, dass sich der angebliche natuerliche Trend von vor 1940 einfach linear in die Zukunft fortsetzt. Sie haben aber keinerlei physikalische Begruendung anzubieten, wo dieser angebliche natuerliche Trend herkommen soll. Sie begruenden die lineare Fortschreibung damit, dass es nicht plausibel sei, einfach ein Abbrechen des Trendes anzunehmen. Dabei wird doch umgekehrt ein Schuh draus. Wenn man keine physikalische Erklaerung fuer einen Trend hat, gibt es auch keine plausible Begruendung, einfach einen Trend anzunehmen.

3. Sie nehmen einfach willkuerlich an, dass das anthropogene CO2 der einzige anthropogene unter den Faktoren waere, die den Temperaturverlauf signifikant beeinflussen wuerden, und der Verlauf der Temperaturkurve nach Abzug des Beitrages durch diesen Faktor haette dann nur natuerliche Ursachen, irgendwelche Solarzyklen und ein unerklaerter natuerlicher Trend. Sie ignorieren einfach, dass es auch andere anthropogene Faktoren gibt. Neben den anderen langlebigen anthropogenen Treibhausgasen sind z.B. die anthropogenen Aerosole auch ein ganz wichtiger Faktor, die zudem eine starke zeitliche und raeumliche Variabilitaet haben. Diese Aerosole haben Netto einen bedeutenden Abkuehlungseffekt. Z.B., Sie fuehren das Stagnieren des Temperaturverlaufes zwischen 1940 und 1970 einfach auf natuerliche Zyklen zurueck. Anthropogene Aerosole nahmen aber in dieser Zeit auch zu. Einige Wissenschaftler stellten dann ja in den 70er Jahren auch die Hypothese auf, dass bei einer weiteren Zunahme der anthropogenen Aerosole der Abkuehlungseffekt so gross werden koennte, dass ein Bifurkationspunkt im Klimasystem erreicht werden koennte, an dem eine neue Kaltzeit getriggert wuerde. (Und dann gibt es ja auch andere natuerliche Faktoren neben der Solaraktivitaet, z.B., vulkanische Aerosole.)

"Ich komme (nur aus den Messdaten!) bis zum Jahr 2100 auf einen Temperaturanstieg von etwa 1,4°C (bzgl. vorinustriellem Niveau) , weit unter der *heiligen* 2°-Marke."

Nein, Sie kommen darauf nicht "nur aus den Messdaten". Sie kommen darauf aus einer Kombination von Messdaten und statistischen Fits ohne jede Physik, die sie auf der Basis von willkuerlichen, falschen Annahmen vornehmen.

"Alle IPCC-Modelle, die weit höhere Erwärmungen ausrechnen, können das hingegen nur, indem sie eine starke Wasserdampfrückkopplung des CO2-Treibhauseffektes POSTULIEREN. Wo ist da die empirische Basis? Sie existiert schlichtweg nicht."

Das IPCC betreibt keine Modelle. Die Modelle werden von verschiedenen Wissenschaftlergruppen an Universitaeten und anderen Forschungseinrichtungen in der Welt betrieben.

Wie kommen Sie auf die Behauptung, dass die CO2-Wasserdampf-Rueckkoppelung in den Klimamodellen POSTULIERT wuerde?

Wie kommen Sie auf die Behauptung, dass keine empirische Basis fuer die Realitaet der CO2-Wasserdampf-Rueckkoppelung in der Natur existieren wuerde?

Was genau bestreiten Sie denn bzgl. der Physik des Wasserdampfes in der Atmosphaere, ueber die Sie behaupten, dass es fuer diese keine empirische Basis gaebe? Dass Wasserdampf ein Treibhausgas sei? Oder die Gueltigkeit der Clausius-Clapeyron-Gleichung? Dass die Verdunstung von Wasser mit der Temperatur zunehmen wuerde? Den exponentiellen Zusammenhang zwischen der Temperatur und der Aufnahmefaehigkeit eines Volumens bzgl. Wasserdampf?

"Denn wie meine Analyse zeigt, genügt eine Klimasensivität des CO2 von 0,6...0,65 °C pro Verdopplung (ohne Rückkopplung also), die Messdaten zu reproduzieren."

Ihre Analyse zeigt das nicht, denn Ihre Analyse ist falsch. Die Annahmen Ihrer Analyse sind bereits falsch.

"Was die sog. "Klimawandelskeptiker" angeht: Die meisten von denen bestreiten nicht, dass es bis 2000 wärmer geworden ist (seitdem allerdings nicht mehr)."

Zu behaupten, es waere ueber die 13 Jahre seit dem Jahre 2000 "nicht mehr" waermer geworden, ist als Aussage ueber den globalen Erwaermungstrend nicht so viel sinnvoller als die Aussage, dass es seit gestern nicht mehr waermer geworden waere, denn die Aussage wird auf der Grundlage zu weniger Daten getroffen. Der Temperaturtrend seit 2000 ist positiv, aber er ist nicht statistisch signifikant. Dass ein Trend in einer Zeitserie nicht mit statistischer Signifikanz festgestellt werden kann, ist fuer die Schlussfolgerung, dass der Trend abwesend waere, nicht hinreichend, wenn es sich nur um einen begrenzten Datensatz handelt.

Der Temperaturtrend von ca. 1975 bis heute ist dagegen eindeutig statistisch signifikant, mit drei bis vier Standardabweichungen. Der Temperaturverlauf seit dem Jahr 2000 mag zwar, so wie auch der Temperaturverlauf seit gestern, nicht statistisch vom Nulltrend unterscheidbar sein, er ist aber auch statistisch nicht von dem statistisch signifikanten Trend seit 1975 unterscheidbar. Die Fluktuationen der globalen Mitteltemperatur, sichtbar an der grossen Standardabweichung, sind fuer die begrenzte Zeitspanne seit 2000 einfach zu gross.

Der Behauptung der "Skeptiker" ueber den angeblich abwesenden Erwaermungstrend seit dem Jahr 2000, die hier von ihnen affirmiert wird, fehlt also die wissenschaftliche, empirisch-statistische Grundlage. Vielleicht aendert sich das ja, falls der Temperaturverlauf seit dem Jahr 2000 irgendwann in den kommenden Jahren tatsaechlich statistisch unterscheidbar von dem positiven statistisch signifikanten Trend wird, der von ca. 1975 an gegeben war und der Temperaturtrend seit 2000 nach wie vor statistisch nicht von Null verschieden ist. Dann gaebe es eine empirische Basis fuer die Behauptung der "Skeptiker". Bisher ist das aber nicht der Fall.
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Saturday, May 25, 2013

Zensiert bei Donner und Doria - 1

Folgende Antwort von mir auf users Lollobrigidas Kommentar wurde in dem "Klimaskeptiker"-Blog "Donner + Doria" im thread "Einheits-Klimaforschung - Teil 2: Das UBA Papier" zensiert. Der Blog wird vom Die-Welt-Journalisten Ulrich Kulke betrieben. Da mir das Eingehen auf Lollobrigidas Behauptungen dort verwehrt wird, veroeffentliche ich mein Kommentar hier.

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In der Tat hatte ich die Namen von Herrn Kulke und Herrn Vahrenholt falsch geschrieben. Aber zumindest hatte ich das konsistent in dem ganzen Kommentar gemacht. Zu meiner Entschuldigung moechte ich vorbringen, dass ich mich mehr auf den Inhalt konzentriert hatte, so dass mir das nicht aufgefallen war. Es war keine Boeswilligkeit. Ich werde versuchen, die Namen in der Zukunft korrekt zu schreiben.

Sie behaupten:

"Es bleibt dabei: Das Ausmaß, inwieweit der Mensch an der Klimaerwärmung beteiligt ist, ist eben nicht unumstritten, da klaffen die einzelnen Studien weit auseinander."

Ihre Behauptung ist nun auch nicht sehr konkret. Wie weit ist denn "weit auseinander"? Wieviele Studien gibt es denn, die infragestellen, dass die globale Erwaermung real sei und die hauptsaechliche Ursache der statistisch signifikanten globalen Erwaermung der letzten Jahrzehnte menschliche Aktivitaeten, insbesondere Treibhausgasemissionen waeren? Gibt es mehr als den sehr kleinen Anteil an Studien, der auch von Cook et al., (2013) festgestellt wurde? Wenn Sie das behaupten, auf welche Belege stuetzt sich Ihre Behauptung?

"Selbst der Entwurf für den nächsten Assessment Report des IPCC, der im September herauskommt, geht inzwischen von nicht mehr als 50 Prozent als gesichert heraus, und das will schon viel heißen."

Abgesehen von der Ethik-Verletzung, die der/diejenige begangen hat, der/die den Entwurf oeffentlich verbreitet hat, wuerde ich doch gerne mal die Quelle wissen, wo Sie diese Behauptung herhaben. Ich vermute, von irgendeinem "Skeptiker"-Blog. Denn da sind Sie einer Luege aufgesessen, und Sie haben es anscheinend nicht fuer noetig gehalten, die Aussage zu ueberpruefen. Der draft report sagt naemlich etwas anderes. Der sagt aus, dass es extrem wahrscheinlich sei, dass mindestens 50% der globalen Erwaermung seit Mitte des letzten Jahrhunderts durch menschliche Aktivitaeten verursacht worden sei, und dass der Beitrag der Treibhausgase zum Trend von ca. 0.6 K von 1951 bis 2010 sehr wahrscheinlich zwischen 0.6 K und 1.4 K betraegt (Seite 10-3).

"Dabei sind darin noch nicht einmal die letzten Studien berücksichtlgt, die feststellten, dass die CO2-Sensitivität offenbar deutlich zu hoch bewertet wurden".

Relevant waeren fuer die Frage des Konsenses unter den Wissenschaftlern, ob AGW real ist, wenn es neue relevanten Studien zur Klimasensitivitaet gabe, die genau aus diesem Konsens herausfallen. Ansonsten gab es schon immer einige Studien mit niedrigeren Schaetzungen zur Klimasensitiviaet und andere mit hoeheren Schaetzungen. Es ist ja nicht so, dass da bisher nur ein einzelner fixer Wert als gueltig angesehen worden waere. Auch die neueren Schaetzungen werfen vorherige Aussagen, z.b im IPCC Report 2007 nicht ueber den Haufen, selbst wenn der Wert, dem die hoechste Wahrscheinlichkeit zugeschrieben wird, etwas niedriger ausfaellt.

"mal abgesehen von den Studien, die zwar eine menschliche Beteiligung konstatieren, aber den Ruß/Albedoeffekt deutlich in den Vordergrund rücken."

Worueber reden Sie? Es gibt keine Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass der Soot-Albedo Effekt auf das Klima groesser sei, als der Effekt der anthropogenen Treibhausgasemissionen, nicht mal gleich so gross. Es sei denn, ich habe da was uebersehen. Dann muessten Sie mir die Studie nennen, die zu so einem Ergebnis gekommen sein soll. Die Angabe des doi-keys genuegt.

"Hier eine Einheitlichkeit vorzugaukeln, wirkt reichlich hilflos."

Wer behauptet denn diese "Einheitlichkeit" bzgl. jeden Aspektes zur globalen Klimaaenderung? Oder ist diese Behauptung ueber die angebliche Behauptung einer "Einheitlichkeit" vielleicht nur ein Strohmannargument? Diejenigen, die das Wort "Einheitlichkeit" gebrauchen, sind doch auch nur Herr Kulke und Sie und vielleicht Ihnen gleichgesinnte Personen.

Dass bestimmte zentrale Aussagen in einem wissenschaftlichen Fachgebiet mit der Zeit den Status eines Paradigmas bekommen, ist nicht das gleiche wie "Einheitlichkeit" zu allen Fragen.

"Wo fangen eigentlich die "Skeptiker" an, und wo ist man noch im erlaubten Bereich? Und ab wann ist man "falscher Skeptiker", kein richtiger mehr?"

Das ist gar nicht so schwer auseinanderzuhalten, wer ein wahrer und wer ein falscher Skeptiker ist. Das haengt nicht davon ab, welcher wissenschaftlichen Hypothese oder Theorie man skeptisch gegenuebersteht, sondern davon, welche Form von Argumenten bzw. Pseudoargumente man gegen die Hypothese oder Theorie vorbringt. Man erkennt die falschen Skeptiker an der Methode. Wahre Skeptiker verwenden wissenschaftliche Argumente, und wenn sie eine Hypothese oder Theorie ablehnen, dann stellen sie eine alternative Hypothese auf, und testen diese mit der gleichen wissenschafltichen Rigorositaet, die sie von anderen Wissenschaftlern erwarten. Skeptizismus gehoert zum beruflichen Profil eines Wissenschaftlers.

Falsche Skeptiker greifen die wissenschaftlichen Hypothesen und Theorien, die von ihnen abgelehnt werden, mit unwissenschaftlichen Argumenten an, z.b, indem sie stattdessen persoenliche Angriffe auf die Wissenschaftler fahren, die diese Hypothesen oder Theorien in ihren Publikationen veroeffentlichen, oder sie bedienen sich logisch trugschluessiger Argumente, cherry picking, oder sie verbreiten schlichtweg tatsachenwidrige Behauptungen. Oft kommt das auch mit Verschwoerungsfantasien auf Seiten der falschen Skeptiker daher. Und aufgrund der stark politischen und ideologischen Motivierung, die viele der falschen "Skeptiker" antreibt, sieht man auch haeufig, dass politische und ideologische Argumente gegen die wissenschaftlichen Hypothesen und Theorien vorgebracht werden.

Sie, z.B., bedienen sich einer fuer falsche Skeptiker typischen Argumentationsfuehrung, in Ihrer Entgegnung auf meine Aussagen zu der angeblichen "Pause in der Klimaerwaermung". Waehrend ich inhaltliche Argumente dazu gebracht habe, wie mein Verweis auf die logisch und methodisch falsche Schlussfolgerung, die aus fehlender statistischer Signifikanz der Temperaturaenderung in der Troposphere ueber die letzten 15 Jahre gezogen wird, und mein Verweis auf andere Indikatoren dafuer, dass sich die globale Erwaermung fortsetzt, bedienen Sie sich des logisch trugschluessigen Arguments des Appells an die (angebliche) Mehrheitsmeinung, um meine Argumente vom Tisch zu wischen. Und mit extremer Wahrscheinlichkeit koennen Sie Ihre Behauptung, dass meine Argumente eine Aussenseiteransicht unter den Klimawissenschaftlern waere, auch gar nicht mal belegen.
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